Mewes-Strategie

Engpass-Konzentrierte Verhaltens- und Führungsstrategie nach Wolfgang Mewes (EKS), heute auch: Mewes-Strategie

Bei der Bezeichnung „EKS“ handelt es sich um eine in der Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland allgemein bekannte und anerkannte Abkürzung der von Prof. h.c. Wolfgang Mewes entwickelten kybernetischen Managementlehre namens „Engpass-Konzentrierte Strategie“, heute auch: Mewes-Strategie.

Diese wurde bereits Ende der fünfziger,  Anfang der sechziger Jahre des 20ten Jahrhunderts von dem Systemforscher Prof. h.c. Wolfgang Mewes entwickelt und in Form eines Fernlehrganges verbreitet. Die Strategie, wie sie von Prof. Mewes verstanden wird, ist ein Instrument zur ganzheitlichen Steuerung eines Unternehmens, aber auch der Karriere einer Einzelperson.

Das Unternehmen wird dabei als ganzheitliches, kybernetisches System begriffen, das auf interagierenden Wechselwirkungen basiert und dann erfolgreich ist, wenn es einem übergeordneten System (= Zielgruppe) einen – möglichst zwingenden – Nutzen bietet. Daher liegt das Ziel des unternehmerischen Strebens laut Mewes nicht in der Gewinnmaximierung, sondern in der Maximierung des Nutzens für die Zielgruppe. Ein entsprechender finanzieller Erfolg und die mittel- bis langfristige Marktführerstellung im jeweiligen Segment sind die logische Folge der Strategie.

Bei der Mewes-Strategie wird das unternehmerische Handeln an den vier Grundprinzipien und den sieben Phasen ausgerichtet. Die sieben Phasen führen zur systematischen Umsetzung der Inhalte der Mewes-Strategie.

Die Mewes-Strategie ist keine Ansammlung von Methoden wie z.B. Stärken-Analysen, Zielgruppen-Analysen, Kooperations-Methoden o.ä. Die Mewes-Strategie ist vielmehr die Beschreibung einer komplexen, ganzheitlichen Vorgehensweise, die zum Ziel hat, einer bestimmten Zielgruppe auf Basis der eigenen Fähigkeiten, Stärken und Beziehungen einen zwingenden Nutzen zu bieten; daraus wiederum resultiert der Erfolg des Anwenders. Sie lässt die o.a. Methoden zu, wie auch viele andere nichtgenannten Methoden, die dasselbe Ziel verfolgen. Insofern ist sie Methoden-unabhängig.

Nach der Mewes-Strategie heißt „Erfolg haben“ auch: mit den gegebenen Mitteln, Ressourcen und Möglichkeiten seine Ziele systematischer und schneller zu erreichen.

Bei der Mewes-Strategie handelt es sich um eine in der deutschen Wirtschaft anerkannte und vielfach angewandte Managementlehre, der die vorgenannten Aspekte zugrunde liegen. Die Mewes-Strategie verdeutlicht die Wirkungsweise mithilfe zahlreicher Beispiele aus den unterschiedlichsten Branchen und fast allen Unternehmensgrößen: vom Solo-Unternehmer bis zum Konzern.

Der Urheber der EKS, Wolfgang Mewes schreibt dazu in seinem Werk:

„Die Energie, die das Individuum zu seiner weiteren Entwicklung braucht, entwickelt es nicht aus sich selbst, sondern zapft es sozusagen seiner Zielgruppe ab. Und zwar in der verschiedensten Form: vom anspornenden Erfolgserlebnis über Aufträge und Geld bis zum korrigierenden Feedback. Wie schnell ein Individuum wächst, hängt deshalb nicht von der in ihm vorhandenen Energie, sondern von seiner Fähigkeit zum Anzapfen ab.“

Die Mewes-Strategie ist auch ein Weg, Menschen zu helfen, das zu erreichen, wofür sie geschaffen wurden. Dabei geht es auch um die gezielte Bündelung der persönlichen und unternehmerischen Kräfte zu einem unverwechselbaren Profil: Durch eine solche Kombination persönlicher Stärken, Beziehungen, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen Höchstleistungen für eine bestimmte, engumrissene Zielgruppe erreicht werden, indem man sich nach derem größten Grundbedürfnis richtet, für das es auf dem Markt noch keine oder nur wenige Angebote gibt. Durch die Anwendung der Mewes-Strategie kann man zu jemandem werden, der seinem eigentlichen Wesen und seinen Anlagen entspricht. Das gilt auch für Unternehmen.

Viele andere große Denker haben die selbe Idee mit anderen Worten ausgedrückt:

„Gewinn ist so notwendig wie die Luft zum Atmen, aber es wäre schlimm, wenn wir nur wirtschafteten, um Gewinne zu machen, wie es schlimm wäre, wenn wir nur lebten, um zu atmen.
Hermann Josef Abs – Bankier, 1901-1994

„Die nur ganz langsam gehen, aber immer den rechten Weg verfolgen, können viel weiter kommen als die, welche laufen und auf Abwege geraten.
René Descartes – franz. Philosoph und Mathematiker (1596-1650), gilt als Begründer der neuzeitlichen Philosophie.

„Wenn man anderen dient und hilft, bekommt man sofort tiefe Bestätigung und Glück.
Dalai Lama – Quelle: Interview, NDR 2005: Gottkönig im Exil

Oder auch:  „Die Gaben des Materiellen haben ihre Grenzen.
Dalai Lama

Definition Mewes-Strategie oder EKS:

Im Online-Wirtschaftslexikon Gabler, welches von einem der führenden internationalen Wissenschaftsverlage, der Springer-Verlag GmbH herausgegeben wird, findet sich folgende Definition von EKS:

Kurzerklärung:
Managementlehre, der eine Sicht von Manager, Umwelt und zu steuerndem Unternehmen als System zugrunde liegt.

Ausführliche Erklärung:
Abk. für energo-kybernetisches System, engpassorientiertes System; Managementlehre, der eine Sicht von Manager, Umwelt und zu steuerndem Unternehmen als System zugrunde liegt, d.h., dass die Elemente sich nur in gemeinsamer Abstimmung miteinander entwickeln können. Die Beseitigung von Engpässen (Bedürfnisbefriedigung oder Problemlösung auf der Seite des Kunden und Kräftekonzentration auf der Seite des Unternehmens) wird somit zum Ziel von Management. Die EKS wird in verschiedenen Problemfeldern erfolgreich angewendet.

Belege des Erfolges:

In der Beilage der Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Blick durch die Wirtschaft“, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung schon im Jahr 1975:

„Bei einem Vergleich der wichtigsten Managementlehren erzielte die EKS-Strategie den ersten Platz. Die Studie, die im Rahmen des European Management Programms der Hochschulen Amiens (Frankreich, Erläuterung durch den Unterzeichneten), Leeds (England, Erl. d. d. Unterz.) und Bielefeld durchgeführt wurde, bewertete die Managementlehren danach, inwieweit sie die Probleme, mit dem Mensch und Betrieb heute konfrontiert sind, tatsächlich lösen (…).

Bei 24 möglichen Punkten erzielte die EKS die volle Punktzahl. Die Theorien von Mesarović (Club of Rome) oder Forrester (MIT) folgen in weitem Abstand mit 7 und 8 Punkten.

Die EKS ist also eine Strategie, die sich nicht an realitätsfernen Idealvorstellungen orientiert oder die aus trockenen Theorien abgeleitet wurde, sondern sie ist pures Praxiswissen, dass jedermann für sich selbst anwenden kann.

Ihre Wirksamkeit und Umsetzbarkeit hat sie an unzähligen Beispielen unter Beweis gestellt: Seit 1951 hat ihr Begründer Wolfgang Mewes mehr als 10.000 außergewöhnliche Berufs- und Unternehmenserfolge analysiert, außerdem mehr als 150.000 Angestellte, Freiberufler und Unternehmer unterrichtet und oft über Jahrzehnte begleitet und beraten. Niemals zuvor sind die Ursachen von beruflichem und unternehmerischem Erfolg und Misserfolg konsequenter und über einen längeren Zeitraum erforscht wurden. Und niemals zuvor ist besser beschrieben worden, wie man zuverlässig mehr erreichen kann.“

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„Die Engpass-Konzentrierte Strategie ist nicht nur eine Methode, sondern es ist DIE Methode, erfolgreich zu sein als Unternehmer! Es ist DIE Methode, mit der man auf dem Gebiet, auf dem sie angewendet wird, tatsächlich Wunder bewirkt!
Prof. Fredmund Malik beim EKS® Kongress in Zürich, 23. September 2009

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„Im Zusammenhang mit der Spezialisierung und Schwerpunktbildung konnten wir feststellen, dass die EKS-Methode erstaunlich oft eingesetzt wurde. Dies ist eines der wenigen ‘Geheimnisse’, die wir bei den ‘Hidden Champions’ aufdecken konnten.
Prof. Hermann Simon, in Die heimlichen Gewinner (Hidden Champions) – Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer (1997), S. 188.

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„Was auch immer für ein Problem du zu lösen hast: Suche den nicht immer einfach zu findenden echten Engpass und konzentriere deine Kräfte auf das Freimachen dieser engsten Stelle. Wenn du die situationsgemäß richtige Handlungsoption gefunden hast, dann zögere nicht, sie auch in die Tat umzusetzen.
Walter Burkhalter ist Mitbegründer der Schweizerischen BELIMO AG und war ihr erster Angestellter. Er hat die Entwicklung dieses Unternehmens von Null bis zur Weltmarktführerschaft als CEO und VR-Mitglied bis zur Pensionierung mit 66 Jahren im Jahre 1999 wesentlich mitgeprägt und auch zur weiteren positiven Entwicklung bis 2007 im Verwaltungsrat beigetragen. Die EKS-Strategie war ein wesentlicher Faktor in der Erfolgsgeschichte der BELIMO AG.

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„Sie wissen, dass ich immer über die energo-kybernetische Strategie von Wolfgang Mewes rede, […]. Ich würde mir wünschen, dass Sie dieses „System Mewes“ monatlich mindestens einmal lesen würden. Bei ehrlicher Akzeptanz finden Sie eine Fülle von Anregungen und konkrete Problemlösungsansätze. Werden diese MIT KONSEQUENZ realisiert, stellen Sie plötzlich fest, dass Ihr Betrieb läuft und noch besser läuft als seither, ohne dass man genau zu sagen wüsste, woher dies eigentlich kommt.
Reinhold Würth aus: Beiträge zur Unternehmensführung, Verlag Paul Swiridoff, 2. Auflage, 1996; Auszug aus einem Vortrag an die Mitarbeiter